Zwischen Zuhören und Umdenken – unsere Interviewphase im Inclusive Minds Lab

Im letzten Jahr ging es im Inclusive Minds Lab viel darum, das Programm überhaupt erst einmal zu entwickeln. Wir haben im Team intern und natürlich auch mit dem Laborteam viel Zeit damit verbracht, gemeinsam zu denken, zu diskutieren, Dinge auszuprobieren und sie auch wieder zu verwerfen. Schnell waren zwei zentrale Themen identifiziert: Unternehmenskultur und Führung. Am Ende ist daraus unser modulares Programm entstanden!

Wand mit Klebezetteln zum Brainstormprozess des Programms vom Inclusive Minds Lab
Franzi und ANnalena im Prozess der Programmzusammenstellung

Was nebenbei noch passiert ist:

Franzi im Gespräch mit einem Unternehmen

Wir haben im Hintergrund ganz viele Gespräche mit Führungspersonen aus kleinen und mittleren Unternehmen geführt. Gespräche über Zusammenarbeit, über Unternehmenskultur und Führung – und über all das, was oft gar nicht so klar benannt ist. Über Werte, die irgendwo in Unternehmenskulturen festgeschrieben sind. Oder eben auch die, die eher zwischen den Zeilen mitschwingen.


Vor allem Franzi war viel unterwegs, hat Unternehmen besucht, zugehört, nachgefragt und versucht, so viel wie möglich mitzunehmen. Diese Perspektiven waren für uns unglaublich wertvoll –vielen Dank an dieser Stelle an die Unternehmensvertreter*innen für das Vertrauen und die Ehrlichkeit. Nicht nur, um zu verstehen, wo bei vielen Unternehmen gerade der Schuh drückt, sondern auch, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wo Entwicklung (und somit auch wir im Inclusive Minds Lab mit den Unternehmen) wirklich ansetzen kann.

Vom Gespräch zur Struktur: Wie wir aus Unternehmensinterviews lernen

Nach den Interviews ging es für uns erstmal ans Sortieren. Wir haben die Gespräche paraphrasiert, strukturiert und in Themen aufgeteilt. Für einzelne Abschnitte haben wir Überschriften gesucht, um Muster sichtbar zu machen und Inhalte besser greifen zu können.
In Zweierteams haben wir uns dann intensiv mit den einzelnen Interviews beschäftigt und zentrale Erkenntnisse gesammelt. Dabei ging es unter anderem um Fragen wie:

  • Welche Rolle spielen Diversität und Inklusion im Unternehmen?
  • Wie verstehen sich Führungskräfte selbst in ihrer Rolle?
  • Wie wird Unternehmenskultur erlebt – und gelebt?
  • Und wie zeigen sich diese Themen in der Personalentwicklung?

Im nächsten Schritt haben wir diese Erkenntnisse ins größere Projektteam getragen, diskutiert, hinterfragt und ergänzt. Aus diesen vielen Perspektiven haben wir nach und nach gemeinsame Linien entwickelt: eine Grundlage, auf der unser Programm aufbauen kann. Nicht als starres Konzept, sondern eben als Rahmen, der sich anpassen lässt. 

Lukas vor einer Wand an Klebezetteln bei der Auswertung der Interviews

Kein gerader Weg: Unser Lernprozess im Inclusive Minds Lab

Von außen wirkt das vielleicht alles ziemlich logisch. Schritt für Schritt, sauber durchdacht. Wir können euch verraten: In der Realität war es das überhaupt nicht.
Wir haben unterschiedliche Methoden ausprobiert, viel diskutiert, Dinge wieder verworfen und neu gedacht. Und wir haben unfassbar viele Klebezettel auf Wände geklebt! Es gab viele Momente, in denen wir uns gefragt haben:
Sind wir gerade am richtigen Punkt?
Was ist wirklich wichtig – und was vielleicht (noch) nicht?
Wie lässt sich die Komplexität der Themen sinnvoll reduzieren und ihnen dabei trotzdem gerecht werden?

Und auch ganz grundsätzlich:
Wie spricht man mit Unternehmen über Diversität und Inklusion, ohne dass es sich nach erhobenem Zeigefinger anfühlt? Wie schafft man ein Angebot, das als gemeinsamer Lernprozess verstanden wird und nicht als Bewertung von dem, was noch nicht gut läuft? Und wie nimmt man die Menschen im Unternehmen wirklich mit?
Und das ist noch lange nicht alles! Dazu kommen die größeren Fragen, die immer mitschwingen:
Welche Rolle spielen gesellschaftliche Entwicklungen? Wie wirken sich politische Veränderungen auf den Arbeitsalltag aus? Und wie eng hängen diese Ebenen eigentlich zusammen?

Wir haben auf viele dieser Fragen noch keine fertigen Antworten. Aber wir haben gemerkt: Vielleicht ist genau das Teil des Prozesses. Für ein Team, das gerne gut vorbereitet ist und Dinge möglichst absichert, ist das nicht immer leicht. Aber wie heißt es so schön: trust the process, der Weg ist das Ziel! Wir mussten auch für uns nochmal neu verstehen, dass Lernen nicht immer linear verläuft.

Metaplanwand mit Erkenntnissen aus den Interviews
Metaplanwand mit weiteren Punkten, die wir noch beachten wollen

Was daraus entstanden ist: Das modulare Programm für Unternehmenskultur & Führung

Aus den Interviews, Diskussionen und vielen Schleifen ist unser modulares Programm entstanden. Es besteht aus verschiedenen Themenfeldern, darunter Creating CultureBoost your TeamFührung im Fokus und der Hackathon.
Diese Module sind kein festes Programm, das einfach durchlaufen wird. Sie lassen sich kombinieren, anpassen und unterschiedlich gewichten und füttern – je nachdem, was ein Unternehmen gerade braucht.
Auch die Inhalte entstehen nicht im Voraus komplett fertig, sondern entwickeln sich weiter. Sie bauen auf den Formaten und Methoden auf, die im Lab entstanden sind, und werden durch die Erfahrungen aus den Interviews ergänzt.
Klar ist auf jeden Fall: Am Anfang steht immer ein gemeinsames Gespräch mit dem Unternehmen. Erst dann wird klar, welche Themen im jeweiligen Unternehmen wirklich relevant sind und wie der Prozess aussehen kann.

Nächste Schritte: Mit Unternehmen in die Pilotphase starten

Jetzt wird es konkret. Mit den Erkenntnissen aus den Interviews gehen wir in die nächste Phase: die Pilotphase.
Gemeinsam mit Unternehmen testen wir das Programm, sammeln Erfahrungen, passen Dinge an und lernen weiter. Wahrscheinlich werden wir auch hier wieder Dinge verwerfen, neu denken und am Ende alles anders machen als ursprünglich geplant.
Und genau so darf es sein! Wenn wir auf die letzten zwei Jahre im Lab zurückblicken, merken wir: Es ist schon ganz viel passiert. Und gleichzeitig liegt noch ein großer, spannender Teil vor uns.
Wir freuen uns auf das, was kommt. Auf die Zusammenarbeit mit den Unternehmen, auf neue Perspektiven und darauf, weiterhin an Themen zu arbeiten, die für uns nicht nur fachlich, sondern auch gesellschaftlich relevant sind.

Und wir von kreHtiv sind jetzt schon ziemlich dankbar, dass wir das tun dürfen.