Es wird praktisch: Das Inclusive Minds Lab in der Pilotphase

Drei Jahre Inclusive Minds Lab. Das klingt erstmal nach einer ziemlich langen Zeit, die dann aber irgendwie doch schneller rum ging als gedacht. Wir stecken mittlerweile im Endspurt des Projekts und gerade passiert noch einmal richtig viel. Ein Einblick in die Pilotphase des Inclusive Minds Lab – Methoden testen:
Aktuell befinden wir uns mitten in der Pilotphase. Das bedeutet: Wir arbeiten mit verschiedensten Unternehmen und Teams zusammen und testen das, woran wir in den vergangenen Jahren so lange getüftelt haben. Wir probieren Methoden aus, passen sie an, kombinieren sie neu und verwerfen sie auch manchmal wieder. Genau dafür ist eine Pilotphase ja schließlich da.
Aber vielleicht gehen wir noch einmal kurz zurück. Was machen wir im Inclusive Minds Lab eigentlich?
Worum geht es nochmal?
Im Inclusive Minds Lab bringt das kreHtiv Netzwerk Hannover Kreativschaffende und Expert*innen aus dem Bereich Diversity & Inclusion zusammen. Gemeinsam entwickeln wir Ansätze dafür, wie Unternehmen ihre Arbeitskultur weiterentwickeln und die Vielfalt ihrer Mitarbeitenden besser einbeziehen können.
Denn in Unternehmen steckt unglaublich viel: Fachwissen, Erfahrungen, unterschiedliche Perspektiven, gute Ideen und Menschen, die etwas bewegen wollen. Die Frage ist nur, wie gut dieses Potenzial im Arbeitsalltag tatsächlich genutzt wird.
Gerade kleine und mittlere Unternehmen stehen dabei vor vielen Veränderungen gleichzeitig. Digitalisierung, demografischer Wandel und gesellschaftliche Entwicklungen verändern die Arbeitswelt. Gleichzeitig müssen Teams flexibel bleiben, gute Entscheidungen treffen und mit neuen Herausforderungen umgehen können.
Für uns ist Vielfalt dabei kein Zusatzthema, das irgendwo neben dem eigentlichen Arbeitsalltag steht. Unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven können Teams widerstandsfähiger machen, neue Ideen hervorbringen und dabei helfen, andere Lösungen zu finden. Dafür muss Vielfalt aber auch Raum bekommen.
Genau hier setzt das Inclusive Minds Lab an.
Nicht die eine Lösung, sondern das, was zum Unternehmen passt
Wir wollten von Anfang an keinen starren Ablauf entwickeln, der bei jedem Unternehmen gleich aussieht. Denn natürlich funktioniert das nicht.
Jedes Unternehmen hat seine eigene Kultur, eigene Strukturen und ganz unterschiedliche Themen, die gerade wichtig sind. Deshalb haben wir unser Programm modular aufgebaut. Ein bisschen wie einen Baukasten, aus dem für jedes Unternehmen ein eigener Prozess zusammengestellt werden kann.
Am Anfang steht deshalb immer ein Gespräch. Wir lernen das Unternehmen kennen, schauen auf Stärken und Leerstellen und sprechen darüber, wo Wünsche, Fragen oder vielleicht auch Herausforderungen liegen.
Und danach? Bleibt es bewusst flexibel.
Unser Programm besteht aus vier verschiedenen Bereichen, die nicht zwingend in einer bestimmten Reihenfolge durchlaufen werden müssen:
Creating Culture
Wir schauen aus unterschiedlichen Perspektiven auf die bestehende Arbeitskultur. Wie wir erleben Teams Zusammenarbeit? Was macht das Unternehmen aus? Und wo gibt es vielleicht Dinge, die bisher wenig sichtbar sind?
Führung im Fokus
Hier geht es um die Führungskräfte und ihre ganz individuellen Fragen. Gemeinsam schauen wir darauf, was gute Führung im jeweiligen Arbeitsalltag bedeutet und welche Methoden dabei unterstützen können , Vielfalt besser einzubeziehen und die gewünschte Unternehmenskultur zu realisieren.
Boost your Team
Jetzt kommt das gesamte Team zusammen. Im Mittelpunkt steht die Frage: Was brauche ich und was brauchen die anderen, damit wir im Sinne unserer gemeinsamen Arbeitskultur gut zusammenarbeiten können?
Hackathon
Hier geht es schließlich ums Machen. Die Teams arbeiten an konkreten Lösungen und entwickeln Ideen, die über das eigentliche Programm hinaus weiterwirken und bestenfalls direkt umgesetzt werden können.
Noch mehr zum modularen Programm findet ihr hier.
Und was ist jetzt mit den kreativen Methoden?
Die kurze Antwort: Sie funktionieren. Juchu!
Die etwas längere Antwort ist, natürlich, differenzierter.
Im vergangenen Jahr haben wir gemeinsam mit Kreativen aus Hannover an den Methoden und Formaten gearbeitet. Dabei war uns wichtig, nicht einfach bestehende Kreativmethoden zu nehmen und ihnen ein neues Etikett zu geben. Wir wollten gemeinsam mit den Kreativen herausfinden, welche Methoden sich eignen, um Themen rund um Arbeitskultur, Zusammenarbeit und Diversity & Inclusion auf eine andere Art zu betrachten.
Denn kreative Methoden können Dinge sichtbar machen, für die es manchmal gar nicht so leicht ist, die richtigen Worte zu finden. Sie können helfen, Komplexität greifbarer zu machen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und auch einmal einen Gedanken auszuprobieren, den man im normalen Arbeitsalltag vielleicht gar nicht formulieren würde.
In der Pilotphase können wir diese Methoden jetzt testen und sehen, was davon tatsächlich funktioniert.
Gut ist auch: Es funktioniert nicht überall gleich. Zum Glück.
Denn auch bei unseren Praxispartner*innen zeigt sich, dass überall ein bisschen woanders der Schuh drückt. Genau deshalb ist es so hilfreich, dass die Methoden flexibel eingesetzt und miteinander kombiniert werden können. Eine Methode kann an ein bestimmtes Thema angepasst werden, mehrere Methoden können miteinander verbunden werden oder ein Format wird kurzerhand anders aufgebaut, als wir es ursprünglich geplant hatten.
Viel eingesetzt wurde zum Beispiel unsere Raumsafari, die wir bereits mehrfach und in unterschiedlichen Kontexten durchgeführt haben. Sie lässt sich wunderbar mit verschiedenen Methodenbausteinen verbinden und schafft einen Rahmen, in dem Teams ihre Arbeitsumgebung, ihre Zusammenarbeit und ihre eigenen Perspektiven einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten können.
Und dann passiert manchmal etwas, das wir besonders spannend finden: Es werden Dinge angesprochen, die sonst vielleicht eher unter der Oberfläche bleiben. Visionen entstehen. Es wird gelacht. Es wird diskutiert. Und manchmal wird es auch ein bisschen unbequem.
Aber genau dafür sind die Methoden da.
Ein Einblick in die Pilotphase des Inclusive Minds Lab
Die Arbeit mit unseren Praxispartner*innen ist natürlich vertraulich. Deshalb können wir euch nicht einfach alles zeigen, was in den einzelnen Prozessen passiert. Umso mehr freuen wir uns, dass aserto und das Team der Faust uns erlaubt haben, ein paar Einblicke in ihre Pilotphase zu geben.
Sie zeigen ganz gut, was wir uns unter dem Inclusive Minds Lab vorstellen: keine klassische Beratung, bei der am Ende jemand von außen erklärt, was im Unternehmen verändert werden sollte. Sondern ein gemeinsamer Prozess, in dem die Menschen im Unternehmen selbst schauen, ausprobieren, diskutieren und gestalten.
Einblicke vom Team von aserto bei der Methodenarbeit im Lieschen & in der Warenannahme des Kulturzentrum Faust:







Und jetzt?
Jetzt heißt es vor allem: weitermachen.
Wir testen weiter, lernen weiter und schauen genau hin, was funktioniert und wo wir noch einmal nachjustieren müssen. Denn auch wenn das Programm inzwischen ziemlich gut steht, ist es genau das, was eine Pilotphase sein soll: noch nicht fertig.
Und ehrlich gesagt finden wir das ziemlich gut.
Wenn wir zwischendurch zurückblicken, sind wir manchmal selbst ein bisschen überrascht, was in den vergangenen drei Jahren alles entstanden ist. Gleichzeitig liegt noch einiges vor uns. Und wahrscheinlich ist gerade diese letzte Phase eine der spannendsten des gesamten Projekts.
Wir haben schon unglaublich viel gelernt. Über Diversity & Inclusion, über Arbeitskultur, über kreative Methoden und vor allem über die Zusammenarbeit mit Unternehmen. Und: wir merken gerade auch, dass wir noch lange nicht ausgelernt haben.